„Ich verstehe einfach nicht, warum sie das so machen.“
„Jetzt haben sie wieder was geändert!“
„Wieso hört da eigentlich niemand zu?“
Diese Sätze haben sicher viele schon gehört, wenn es um Microsoft geht – egal ob als Kunde, Partner oder IT-Team. Die Beziehung zu Microsoft ist selten konstant. Mal sonnig, mal stürmisch. Mal überraschend mild, dann wieder frostig. Klingt vertraut? (Liebe Grüße an M.K. der mich in der Hauseinfahrt meiner Eltern auf diesen Gedanken gebracht hat. Ein weiterer in einer Reihe von Gedanken in den letzten 25 Jahren die ich dir zu verdanken habe!)
Zwei Ansätze helfen mir hier schon seit einigen Jahren. Erstens, ich unterscheide zwischen „die Microsoft“ und den Menschen, die dort arbeiten. Euphemistisch formuliert weiß ich, dass es nicht selten der Fall ist, dass Bekannte und Freunde mit Blue Badge manchmal eine gewisse Zeit benötigen, um die eigene Unternehmensstrategie dem lokalen Markt begreifbar zu machen. Das zweite ist ein einfaches mentales Modell, welches mir schon lange hilft Dinge, die außerhalb meines direkten Einflussbereiches sind, aber dennoch mich beeinflussen ein ordnen zu können:
Der/Die/Das ist wie das Wetter.
Wetter ist nicht kontrollierbar – nur deine Reaktion darauf
Wetter kann man nicht beeinflussen. Man kann es beobachten, sich darauf einstellen, Pläne anpassen, aber es folgt seinen eigenen Regeln. Den Gedanken kann ich auch auf Microsoft übertragen:
- Neue Funktionen? Wie ein plötzlicher Regenguss. Wer vorbereitet ist, bleibt trocken.
- Lizenzänderungen? Wie eine unerwartete Kaltfront. Ärgerlich, aber nicht überraschend – wenn man den Forecast kennt.
- Produktstrategien? Wie Jahreszeiten. Sie ändern sich regelmäßig, nicht auf Wunsch, sondern nach internen Zyklen.
Je früher man das akzeptiert, desto weniger Energie verliert man in Frust oder Schuldzuweisungen – und desto mehr bleibt für das, was man tatsächlich beeinflussen kann.
Drei Zugänge
- Der Sonnentänzer 🌞🕺
Ignoriert Prognosen und hofft auf Sonne. Folge: Wird regelmäßig überrascht und patschnass und fragt sich regelmäßig ob es doch nicht verkehrt wäre den Wetterfrosch vielleicht zu fragen
- Der Grantler im Regen 🌧️🥸
Beschwert sich über jedes Wetter.Folge: Verliert Zeit und Energie im Kampf gegen Windmühlen. Ich denke, so jemanden kennt jeder.
- Der Pragmatiker mit Rucksack 🎒😎
Beobachtet, packt Regenjacke und Sonnenbrille ein. Folge: Ist nicht immer glücklich, tragt vielleicht auch viele Dinge mit, die er nur selten braucht, ist aber immer handlungsfähig.
Konkrete Strategien für den Microsoft-Alltag
- Beobachte das System: Microsoft kommuniziert, wo man es erwartet. Nutze Roadmap, Partnerkanäle, Tech-Communities. Lies aber auch bei Pressemeldungen und Keynotes zwischen den Zeilen.
- Plane mit Spielraum: Release-Termine sind wie Wetterprognosen – gut gemeint, selten präzise.
- Entscheide dich für Resilienz: Nicht ob etwas sich ändert, sondern wann.
Fazit
Du kannst Microsoft nicht kontrollieren. Aber du kannst steuern, wie du dich dazu positionierst.
Ob du im Regen stehenbleibst oder dir ein Dach baust, liegt bei dir. Das Wetter fragt nicht, wie du dich gerade fühlst. Es ist einfach so. Zum Abschluss ein Leitsatz eines Triathlon-Coaches, den er immer wieder vor großen Rennen im Briefing am Tag davor in die Köpfe seiner Schützlinge pflanzte: „Du kannst morgen genau drei Sachen beeinflussen: dein Tempo, deine Ernährung und dein Mindset. Alles andere ist wie es ist.“