Thomy, du bist seit über 12 Jahren Teil der Solvion. Wie hat deine Karriere hier begonnen?

So wie bei vielen anderen Technikern auch: Man beginnt während des Studiums mit einer geringfügigen Beschäftigung. Eine solche hatte ich auch schon knapp zwei Jahre zuvor, aber durch Studienkollegen, die zu Arbeitskollegen wurden, war der Schritt auch schon getan.

Was waren bisher deine persönlichen Highlights?

Da gibt es einige. Von den ersten Betriebsausflügen und den Feiern der ersten gewonnenen Preise – um auch Dinge abseits des Arbeitsalltags zu nennen – bis hin zu technisch fordernden Projekten, die einen nach Abschluss zufrieden zurück schauen lassen. Es war schon einiges dabei. Aber sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen, passt weder zu mir, noch zu unserer Branche.

Offizielles MVP Logo
Offizielles MVP Logo

Du bist ein Microsoft MVP – ein Most Valuable Professional. Wie wird man das und welche Auflagen musst du dazu erfüllen?

Der MVP Award wird von Microsoft an Mitglieder der Community verliehen. Es liegt in der Natur der Sache, dass viele KollegInnen im Programm tiefes technisches Wissen in ihrem jeweiligen Fachgebiet aufweisen. Zwingend notwendig ist das aber nicht.

Der Award richtet sich viel mehr an jene, die bereit sind aktiv ihr Wissen zu teilen und anderen zur Verfügung zu stellen. Man wird dafür nominiert und wird einer Bewertungsphase unterzogen, in der die unterschiedlichen Tätigkeiten innerhalb der Community geprüft werden. Da man immer mit den KollegInnen aus dem gleichen technischen Gebiet verglichen wird, gibt es keine konkrete Angabe wie viele oder welche Beiträge man leisten muss – es bleibt spannend bis zuletzt. Viele in der Community sehen den Award aber mehr als Auszeichnung für Tätigkeiten, die sie auch ohne seine Existenz erbracht hätten. Nach dem ersten Jahr im Programm kann ich diesem Gedanken nur zustimmen.

Wie sieht ein Jahr im Leben eines MVP – in diesem Fall in deinem – aus, was waren die großen Meilensteine?

Also zuerst: Es ändert sich jetzt durch den Award nicht der Jahresrhythmus. Ganz viele, ja fast alle Dinge bleiben gleich. Bei mir ist es einfach so, dass ich gerne auf Konferenzen bin –  sowohl als Teilnehmer, als auch als Sprecher. Am Anfang waren es die unterschiedlichen Vorträge zu Themen des eigenen Arbeitsalltags, die eine gewisse Strahlkraft entwickelten. Mittlerweile sind es viel mehr die Gespräche, auch abseits der Technik, die solche Events für mich spannend machen. Innerhalb der Community gibt es dann immer wieder Events bei denen man in einem „Call for Sessions“ seine eigenen Vorträge einreichen kann. Letztes Jahr hatte ich Glück und konnte so Events in Madrid, Barcelona oder New York besuchen. Im Kalenderjahr 2018 dann sogar eine Konferenz in Branson, Missouri. Ein Ort den ich wohl ohne den Event dort nie kennen gelernt hätte. Das absolute Highlight dabei ist aber der MVP Summit, zu dem Microsoft alle MVPs weltweit nach Redmond einlädt. Nach dieser Woche, inklusive „Firmwareupgrade“ schaut die Welt gleich ganz anders aus.

Thomy Gölles beim MVP Summit in Seattle
Netzwerken deluxe: Thomy Gölles beim MVP Summit in Seattle

Du reist viel beruflich: Wohin führen dich deine Reisen?

Durch eine Eventserie, genannt SharePoint Saturdays, war ich in den letzten Monaten in Zürich, Warschau, Madrid, letztes Jahr in New York und Brünn. Heuer geht es noch nach Stockholm, Brüssel und Barcelona, bevor unser eigener Event in Wien am ersten Dezember den krönenden Abschluss bildet.

Stichwort: SharePoint Saturdays! Weißt du, bei wie vielen du insgesamt schon dabei warst?

Gute Frage. Wenn ich alle zusammenzähle – also als Teilnehmer und Sprecher – werden es schon so ca. 15 gewesen sein. Aber es gilt wie beim Lotto: alle Angaben ohne Gewähr.

Welcher hat dich am meisten „beeindruckt“?

Schwierige Frage! Im Microsoft Gebäude am Times Square zu sprechen, die Szenerie dort zu begreifen – das hinterlässt, denke ich, bei jedem steirischen Landei, zu welchen ich mich auch zähle, Eindruck. Emotional eine andere Liga war jedoch der erste eigene Event in Wien. Auch wenn die Anspannung davor – man will sich ja vor den Freunden in der Community und den Teilnehmern aus dem eigenen Land auf keinen Fall blamieren – nicht gerade gering war.

The first SharePoint Saturday 2017 held on the 11.11.2017

Publiée par SPS Vienna sur Lundi 20 novembre 2017

Du hast den SharePoint Saturday in Wien mitinitiiert. Was geschieht bei so einer Konferenz und wer ist dabei?

Ein SharePoint Saturday ist ein Event von der Community für die Community. Die Organisatoren eines solchen Events versuchen, finanziert durch Sponsoren, eine Konferenz an einem Tag auszurichten die kostenlos Interessierten angeboten wird. Der Samstag ist bewusst gewählt, um auch wirklich diejenigen zu erreichen, die aus freien Stücken quasi ihr Wochenende opfern, um Neues zu lernen. Die Sprecher kommen dabei vielfach aus der MVP Community und erhalten dafür weder ein Gehalt noch Reisespesen vom Veranstalter. In unserem Fall konnten wir drei Tracks mit in Summe 19 Vorträgen anbieten und konnten dabei Sprecher aus den USA, Kanada, Niederlanden, Italien, Belgien, Deutschland, Portugal, Frankreich, Mazedonien und natürlich Österreich für uns gewinnen.

Inwiefern ist Community Building relevant für dein Berufsfeld?

Ich denke, dass der Aufbau eines gewissen Netzwerks in jedem Beruf wichtig ist. In unserem Fall, wo sich die Branche alle paar Jahre selbst neu erfindet, ist natürlich der Austausch mit anderen essentiell. Da geht es einerseits um technische Fragen, andererseits aber auch um viel Projekterfahrung bis hin zu Tool- und Businessentscheidungen. Konkret bin ich fest davon überzeugt, dass wir durch unser Netzwerk – denn das bin ja nicht nur ich – unsere Kunden sicher besser beraten und auf ihrem Weg begleiten können als noch vor fünf Jahren. Der Teller ist einfach größer geworden und wir schauen weiterhin über seinen Rand hinaus.

Hast du bestimmte Ziele in den kommenden Jahren, die du erreichen willst?

Ja habe ich. Ich habe aber, obwohl viele Motivations- oder Mentaltrainer das Gegenteil behaupten, die Erfahrung gemacht diese besser für mich zu behalten.


Aktuelles bloggt Thomy Gölles auf seinem Blog: www.modernworkplacesolutions.rocks

Regelmäßige Posts finden sich natürlich auch auf seinem Twitter-Account, auf LinkedIn oder YouTube.